Auf einen Blick
- Ein weißer Bildschirm ist fast immer ein PHP-Fehler, dessen Meldung unterdrückt wird — kein Angriff und kein Datenverlust.
- Auslöser ist in den meisten Fällen die letzte Änderung: ein Update, eine neue Erweiterung, eine geänderte Datei.
- Wichtig ist die Reihenfolge: erst nachsehen, was im Protokoll steht, dann handeln. Wer wahllos löscht, macht aus einem Fehler zwei.
Was da eigentlich passiert#
Die Seite lädt, der Browser zeigt keinen Fehler, und es kommt — nichts. Weiß. In der Fachwelt heißt das seit Jahren „White Screen of Death“, und der Name ist dramatischer als die Sache.
Dahinter steckt in aller Regel ein PHP-Fehler, der die Ausführung abbricht. Damit Besucher keine technischen Details zu sehen bekommen, unterdrücken die meisten Server die Meldung. Übrig bleibt eine leere Antwort.
Ihre Inhalte sind davon nicht betroffen. Beiträge, Seiten, Bilder und Bestellungen liegen in der Datenbank und im Dateisystem; sie sind nicht weg, nur gerade nicht erreichbar.
Die häufigsten Auslöser#
Fast immer lautet die richtige erste Frage: Was war zuletzt anders?
- Ein Update. Eine Erweiterung oder das Theme wurde aktualisiert und verträgt sich nicht mit dem Rest.
- Eine neue Erweiterung. Zwei Plugins, die dasselbe tun wollen, vertragen sich selten.
- Eine geänderte Datei. Ein fehlendes Semikolon in der functions.php genügt.
- Zu wenig Arbeitsspeicher. Tritt gern bei Importen und großen Mediatheken auf.
- Eine neue PHP-Version. Der Hoster stellt um, eine alte Erweiterung kommt nicht mit.
Der letzte Punkt ist der unangenehmste, weil ihn niemand ausgelöst hat: Die Seite lief gestern noch, und über Nacht hat sich die Umgebung geändert.
Was Sie zuerst tun sollten#
Nichts überschreiben. Kein Theme neu hochladen, keine Erweiterungen auf Verdacht löschen, keine Datenbank leeren. Der Fehler ist noch da, aber gut auffindbar — nach einer Löschaktion ist er das oft nicht mehr.
Sehen Sie stattdessen in das Fehlerprotokoll. Bei den meisten Hostern liegt es im Kundenmenü, oft als error_log im Verzeichnis der Seite. Dort steht in aller Regel Datei und Zeile — und damit die Antwort.
Kommen Sie auch in die Verwaltung nicht mehr hinein, hilft der Weg über den Dateizugriff: Wird der Ordner einer verdächtigen Erweiterung umbenannt, schaltet WordPress sie beim nächsten Aufruf ab. Läuft die Seite danach, haben Sie den Verursacher. Vorher eine Sicherung ziehen — auch von der Datenbank.
Warum es kein „immer so" gibt#
Im Netz stehen Anleitungen, die mit „schalten Sie alle Plugins ab“ beginnen. Das führt oft zum Ziel und manchmal in den nächsten Ärger: Bei Shops und Mitgliederbereichen hängen an einer Erweiterung Daten, die beim Abschalten nicht verloren gehen, aber beim erneuten Einschalten anders aussehen können.
Deshalb lohnt sich der Blick ins Protokoll vor dem Ausprobieren. Er dauert zwei Minuten und erspart im Zweifel einen halben Tag.
Damit es nicht wieder passiert#
Ein weißer Bildschirm ist selten Pech. Er ist fast immer die Folge davon, dass Updates ungeprüft und ohne Sicherung eingespielt werden.
- Vor jedem Update eine Sicherung, aus der sich auch tatsächlich zurückspielen lässt.
- Größere Sprünge zuerst in einer Kopie der Seite ausprobieren.
- Feste Termine statt „wenn der rote Punkt nervt“.
- Nach dem Update jemanden draufschauen lassen — Startseite, Formular, Kasse.
Dafür gibt es unseren Update-Service: Updates zum festen Termin, mit Sicherung davor und Funktionstest danach.
Ausschließen kann das einen weißen Bildschirm nicht — ein automatisches Update kann auch zwischen zwei Terminen kommen. Was es ändert, ist die Lage danach: Es gibt eine Sicherung, die nicht ein halbes Jahr alt ist, und jemanden, der Ihre Seite kennt und weiß, was zuletzt daran geändert wurde. Das ist der Unterschied zwischen einer Stunde und einem Tag.