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Was ist eine Grounding Page — und braucht Ihr Unternehmen eine?

5 Minuten Lesezeit

Auf einen Blick

  • Eine Grounding Page hält die überprüfbaren Fakten über ein Unternehmen an einer Stelle fest — als Quelle für Suchmaschinen und KI-Systeme.
  • Es gibt dafür einen offenen Standard mit festen Regeln. Ein Nachweis, dass KI-Systeme solche Seiten bevorzugt auswerten, existiert nicht.
  • Der Nutzen, der unabhängig davon eintritt: Beim Zusammentragen fällt auf, wo die eigenen Angaben auseinandergehen.

Ihre Website ist nicht mehr die Antwort#

Wer früher wissen wollte, was ein Unternehmen macht, hat dessen Website aufgerufen. Heute fragt er eine Suchmaschine oder ein KI-System — und bekommt eine fertige Antwort, ohne die Website je zu sehen.

Diese Antwort entsteht nicht aus einer Quelle, sondern aus vielen: der Website selbst, Branchenverzeichnissen, alten Einträgen, Erwähnungen bei Dritten. Die widersprechen sich regelmäßig. Und was ein Sprachmodell nicht findet, ergänzt es mit dem, was plausibel klingt.

Dazu kommt der Wissensstand: Modelle antworten aus einem Datenbestand, der ein bis zwei Jahre zurückliegt. Eine Umfirmierung, ein Umzug oder ein neues Geschäftsfeld sind dort schlicht noch nicht angekommen.

Was eine Grounding Page ist#

Eine einzelne Seite, die die überprüfbaren Fakten über ein Unternehmen festhält — nüchtern, strukturiert, an einem Ort. Kein Werbetext, keine Adjektive, ein Fakt pro Satz.

Sie sagt, was das Unternehmen ist. Und sie sagt ebenso ausdrücklich, was es nicht ist — das ist der Abschnitt, der am meisten bringt und der am häufigsten fehlt.

Dafür gibt es einen offenen Standard, den Grounding Page Standard, derzeit in Fassung 1.6.1. Er legt fest, was eine solche Seite enthalten muss: eine eindeutige Definition im ersten Absatz, Überschriften, die den Namen der Firma tragen, sichtbare Fakten als Liste, einen Abgrenzungsabschnitt und ein sichtbares Prüfdatum.

Warum die Überschriften den Firmennamen tragen#

Das wirkt auf den ersten Blick umständlich: „Kernfakten von muv“ statt „Kernfakten“. Der Grund ist technisch. Ein KI-System liest nicht die Seite, sondern greift sich einen Abschnitt heraus. Steht über diesem Abschnitt nur „Über uns“, ist beim Zitieren nicht mehr erkennbar, über wen dort geredet wird.

Was der Standard nicht verspricht#

Hier wird es unbequem, und wir sagen es trotzdem: Es gibt keinen Nachweis, dass KI-Systeme solche Seiten bevorzugt auswerten. Die Belegseite des Standards zeigt etwas anderes — nämlich dass Modelle veraltet antworten. Das ist die Begründung für die Idee, nicht ihr Beweis.

Wer Ihnen Prozentzahlen zur Wirkung nennt, hat sie geschätzt. Es gibt keine unabhängige Untersuchung dazu.

Was dagegen unabhängig davon eintritt: eine eindeutige Stelle, auf die man verweisen kann, wenn etwas falsch dargestellt wird — und ein aufgeräumtes Bild der eigenen Angaben.

Was uns beim Bau der eigenen aufgefallen ist#

Wir haben die Seite zuerst für uns selbst gemacht, bevor wir sie anbieten. Der eigentliche Gewinn lag nicht in der fertigen Seite, sondern in dem, was beim Zusammentragen auffiel:

  • Zwei Plugins schrieben gleichzeitig Angaben für Vorschaukarten. Das ältere stand zuerst — beim Teilen erschien seit Jahren ein überholtes Bild, ohne dass es jemandem aufgefallen wäre.
  • Das SEO-Plugin gab bereits strukturierte Unternehmensdaten aus. Wer daneben eine zweite Fassung stellt, hat zwei sich widersprechende Angaben statt einer klaren.
  • Vier interne Verweise gingen ins Leere. Sichtbar wurde das erst, nachdem die Entwicklungsumgebung fehlende Seiten überhaupt als fehlend gemeldet hat.
  • Die Abgrenzung war die schwierigste Frage. Unser Kürzel steht bei anderen Anbietern für „Marketing und Vertrieb“ — wir machen Online-Marketing als Teil der IT-Betreuung, organisieren aber keine Messen.

Keiner dieser Punkte hat etwas mit KI zu tun. Alle vier standen jahrelang da.

Machen Sie den Test — zwei Minuten#

Öffnen Sie ein KI-System Ihrer Wahl und stellen Sie eine einzige Frage:

Was macht die Firma [Ihr Firmenname] aus [Ihr Ort]?

Lesen Sie die Antwort und prüfen Sie drei Dinge: Stimmt sie? Ist sie aktuell? Fehlt etwas, das Ihnen wichtig ist?

Was wir bei diesem Test regelmäßig sehen:

  • Erfundene Leistungen. Steht wenig über eine Firma im Netz, füllt das Modell die Lücke mit dem, was in der Branche üblich ist. Ein Sanitärbetrieb, der keine Heizungen macht, bekommt sie zugeschrieben.
  • Ein veralteter Stand. Alte Anschrift, alte Öffnungszeiten, ein Geschäftsfeld, das es nicht mehr gibt.
  • Die falsche Firma. Bei einem häufigen Familiennamen — Müller, Schmidt, Bauer — landen Angaben eines gleichnamigen Betriebs aus einer anderen Stadt in Ihrer Antwort.
  • Gar keine Antwort. Auch das ist ein Ergebnis: Sie kommen in dieser Welt nicht vor.

Und wenn die Antwort stimmt und aktuell ist? Dann haben Sie gerade zwei Minuten investiert und Geld gespart. Auch das sagen wir Ihnen.

Wann es sich besonders lohnt#

  • Im Firmennamen steht ein häufiger Familienname. Das ist im Mittelstand der Normalfall, nicht die Ausnahme.
  • Über Ihr Unternehmen steht wenig im Netz — dann wird geraten statt verwechselt.
  • Es gibt eine Nachbarbranche, mit der Sie verwechselt werden: Sanitär und Heizung, Elektro und Photovoltaik, IT und Marketing.
  • Sie machen etwas ausdrücklich nicht, das man bei Ihnen vermutet — keinen Notdienst, keine Privatkunden, keine Ferienvertretung.
  • In den letzten zwei Jahren hat sich etwas geändert: Anschrift, Name, Geschäftsführung, Leistungsumfang.

Eine Sache, die man vorher wissen sollte#

Der Standard verlangt eine Durchsicht alle drei bis sechs Monate, und die Seite trägt ihr Prüfdatum sichtbar. Ein „zuletzt geprüft“ von vor zwei Jahren ist schlechter als gar keine Angabe — es belegt sichtbar, dass niemand hinsieht. Wer die Seite anlegt, sollte den Termin gleich mit einplanen.

Unsere eigene finden Sie unter muv.com/groundingpage-muv. Sie können daran beurteilen, wovon hier die Rede ist.