Die Whitelist ist die Umkehrung der Sperrliste — auf Deutsch Positivliste. Erlaubt ist, was benannt wurde; alles Übrige nicht.
Sie ist die strengere und damit die sicherere Bauform: Etwas Unbekanntes kommt nicht durch, eben weil es nicht auf der Liste steht. Der Preis dafür ist Pflege. Jede neue Anwendung und jeder neue Dienstleister muss eingetragen werden, sonst steht die Arbeit.
Deshalb findet man sie dort, wo die Menge überschaubar und der Schaden groß ist: an der Firewall für die Verbindungen einer Kasse, im Mailserver für die Adressen eines wichtigen Lieferanten, im Content-Filter als Ausnahme von einer gesperrten Kategorie.
Im Alltag ist es fast immer eine Mischung. Die Sperrliste trägt die Masse, die Positivliste die Ausnahmen. Wer alles über Positivlisten regeln will, hat am Ende eine Liste, die niemand mehr pflegt — und eine Liste, die niemand pflegt, ist eine Fehlerquelle und keine Sicherheit.