Von Oliver Vogel veröffentlicht am 27. Februar 2018

Da wir keine Anwälte sind, handelt es sich bei den folgenden Ausführungen um unsere persönliche Meinung und unsere eigenen Erfahrungen. Es handelt sich nicht um eine Rechtsberatung. Falls konkrete Fragen oder Probleme auftauchen, sollten Sie sich an einen Anwalt wenden.

Was ändert sich?

Lange Jahre war es so, dass sich die Nachnahmekosten, die DHL verlangt hat aus zwei Teilen bestanden haben. Der Paketpreis, den der Händler zu zahlen hat und dem Übermittlungsentgeld, das der Zusteller direkt vom Endkunden (an der Haustüre) eingezogen hat. D.h. sowohl Händler als auch Endkunde hatten Ihren Anteil zu tragen.

Dies ändert sich nun am Donnerstag den 01. März 2018. Ab diesem Tag werden beide Teile zusammengeführt. D.h. der Zusteller wird die 2,– Euro nicht mehr vom Endkunden erheben. Stattdessen hat der Händler diese 2,– mehr zu bezahlen. D.h. der Händler hat ab sofort 5,60 Euro (zzgl. MwSt.!) zu zahlen. Dies “natürlich” zusätzlich zum normalen Paketpreis, den er ohnehin zu bezahlen hat.

Warum muss ich als Händler nun diese 2,– mit bezahlen?

Nun, die komplette ausführliche Erklärung möchte ich dem Leser an dieser Stelle ersparen (zumal sie nichts an der Tatsache selbst ändert). Vereinfacht gilt: Die 2,– Euro, die der Endkunde bisher zu zahlen hatte war umsatzsteuerbefreit. Die 3,60 Euro, die der Händler zu zahlen hatte, war umsatzsteuerpflichtig. Dies möchte DHL nun ändern. D.h. in Zukunft gibt es nur noch einen Posten und dieser ist umsatzsteuerpflichtig.

Kann ich dann als Händler nicht einfach die Kosten der Zahlungsart Nachnahme um die 2,– erhöhen?

Das ist eine sehr gute Frage…

Seit dem 13. Januar gibt es bereits das Verbot, zusätzliche Kosten für die Zahlungsarten SEPA-Lastschrift, SEPA-Überweisung und Kreditkarten zu erheben. D.h. diese Zahlungsarten dürfen den Endkunden nichts kosten. Jetzt stellt sich die Frage, ob den Nachnahme auch unter dieses Verbot fällt. Leider gibt es dazu nun zwei Meinungen. Die Einen sagen ja, die anderen nein.

Genau wissen werden wir das erst, wenn das erste Gericht darüber entschieden, d.h. wenn es den ersten Händler “erwischt hat”…

Da es sich aber nicht lohnen wird, diese Zahlungsart ohne Aufpreis innerhalb des Shops anzubieten, empfehlen wir persönlich, sich genau zu überlegen ob diese Zahlungsart für Sie als Händler noch Sinn macht…

Was muss ich nun im Shop ändern?

Sofern Sie Nachnahme anbieten (weiterhin anbieten wollen) müssen Sie innerhalb den AGB und innerhalb aller vorhandenen Informations-Seiten auf das neue Entgeld hinweisen. Zusätzlich muss der Hinweis auf die zusätzlichen 2,– die der Zusteller vor Ort erhebt entfernt werden. Des weitern muss natürlich die Berechnung entsprechend angepasst werden.

Wann sollte ich das ändern?

Zunächst an dieser Stelle noch einmal der Hinweis: Wir sind keine Anwälte. Im Folgenden steht unsere persönliche Meinung. Dies ist keine Rechtsberatung!

Wenn Sie die Anpassungen VOR dem 01.03 durchführen, dann verschweigen Sie dem Endkunden die zusätzlichen 2,– die der Zusteller erheben wird. Dies kann zu Ärger mit dem Kunden führen. Des weiteren könnte das Fehlen dieser Angaben als Wettbewerbsvorteil gewertet werden und dies könnte Abmahnfähig sein.

Wenn Sie die Anpassungen AB bzw. NACH dem 01.03. durchführen, dann zahlen Sie als Händler zwar die 2,– kurzfristig komplett selber, aber dies ist ja weder ein Wettbewerbsvorteil, noch wird sich ein Kunde beschweren, weil der die 2,– nicht bezahlen muss.

D.h. wir persönlich würden die Umstellung am 01.03 durchführen, auf keinen Fall davor.